Debut
von "Math\\Gate" im Fillmore
Eigene
Wege beschritten: "Math\\Gate"
Das
"Oasis"-T-shirt des Sängers führt natürlich
in die Irre.
Ausflüge in schon gehörten Rock-Pop gibt es an diesem Abend
nicht.
"Math\\Gate", eine neue Lauterer Formation, hat ihr neues,
innovatives
Live-Projekt auf Lager.
Sie
nennen ihren Soundmix "Art Funky House Beat".
Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich vor allem auch kreative Drum'n'Bass-Rhythmen.
Ihren Auftritt haben die drei Musiker und Tonmixer akribisch durchgestylt:
Ein Projektorwirft farbige Muster oder chaotische Strukturen an die
Wand.
Zeitweise unsichtbar stehendie Protagonisten hinter dem Licht.
Eingängig,
scheinbar monoton hämmern die Drums aus demDunkel. "More
Bass" verlangt die Stimme am Mikrofon, und er bekommt ihn, den
Bass.
Der Bassist springt durch die Lichtwand in den Nebel vor der Bühne
und belegt den Drumrhythmus mit ausgefeilten Baßvariationen.
Der Baß ist im übrigen das einzige nicht futuristischanmutende
Instrument.
Selbst der Drummer schlägt auf ein kleines feines Stück
Technologie.
Zu den beiden Grundelementen kommen dann noch ein Tongemisch aus den
Synthesizern und der überaus coole Gesang.
Die elektronischen Klänge korrespondieren mit den Lichteffektenund
geraten nicht selten zu surealen Bildern. Auch wenn gerade in der
Anfangsphase das durchaus zahlreiche Publikum die Fläche vor
der Bühne leer ließ, ist der kühle Soundmix höchst
tanzbar.
"Math\\Gate" haben ihren Stücken in der Regel einen
sehr temporeichen Beat unterlegt und mit zunehmender Spieldauer bieten
sie ihrem zunächst zurückhaltenden Publikum auch schon einmal
lupenreines House.
Die
Tüftelei in den Studios hat sich ausgezahlt. Die Formation mixt
zwar über ihre Drum'n'Bass-Rhythmen allerlei Stilrichtungen oder
zumindest Anklänge daran, aber gerade das ergibt einen sehr eigenen,
kaum zu verwechselnden Sound.
Die weiteren Projekte von "Math\\Gate" sind mit Spannung
zu erwarten. Ihr Mix zeigt, wie innovative Musik entstehen kann, sobald
eingefahrene Genrewege verlassen werden. (jno)